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Neue Ansätze in der Allergietherapie

Die Therapie von Allergien beruht auf Allergenkarenz, Patientenaufklärung, spezifischer Immuntherapie und Pharmakotherapie. Bei diesen vier Pfeilern gab es in den letzten Jahren grundlegende Anpassungen. Über diese informierte Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter Allergiestation der Dermatologischen Klinik, Universitätsspital Zürich, in seinem virtuellen Vortrag beim Expertentreff Update Allergologie.

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Braucht es als Präventionsmassnahme bei Personen mit erhöhtem Allergierisiko wirklich immer die Allergenkarenz? «Nicht immer ist die Meidung des potenziellen Allergens die ideale Vorgehensweise», betonte Prof. Schmid-Grendelmeier. Der Kontakt mit dem jeweiligen Allergen kann in bestimmten Fällen auch hilfreich sein, wie das Beispiel einer Studie mit Kindern mit einem erhöhten Risiko für Erdnussallergien zeigt1. Atopiegefährdete Babys wurden im Alter zwischen vier und elf Monaten in zwei Arme randomisiert. Bei den einen wurde bis zum 60. Lebensmonat auf die Gabe von Erdnussprodukten verzichtet, die anderen bekamen nach dem Abstillen Erdnüsse in Form von Erdnussflips. Im Alter von 60 Monaten lag die Inzidenz einer Erdnussallergie in der Gruppe, die Erdnüsse erhalten hatte, bei 10,6%, bei den Kindern, die keine Erdnüsse erhalten hatten, bei 35,3%. In der Gruppe von Kindern ohne Atopiegefährdung war der Unterschied noch grösser: In der Vermeidungsgruppe hatten 13,7% eine Erdnussallergie, in der Konsumgruppe nur 1,9%. Insgesamt tolerierten die Kinder die Gabe von Erdnussprodukten gut. «Es kann durchaus sein, dass wir in den letzten Jahrzehnten falsche Empfehlungen abgegeben haben», gab Prof. Schmid-Grendelmeier zu Bedenken.

Den gesamten Artikel finden Sie in der Printausgabe des SkinMag 1/2021 sowie der PraxisDepesche 2/2021, die Bibliografie zum Text hier.

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