Migräneprophylaxe: Update der Leitlinien

Die S1-Leitlinie «Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne» wurde ergänzt durch die Publikation «Prophylaxe der Migräne mit monoklonalen Antikörpern gegen CGRP oder den CGRP-Rezeptor».

Seit 2018 wurden die drei monoklonalen Antikörper Erenumab, Fremanezumab und Galcanezumab zur Migräneprophylaxe zugelassen, auch in der Schweiz. Sind andere Medikamente zur Migräneprophylaxe kontraindiziert, unwirksam oder werden sie nicht vertragen, stellen die CGRP-Antikörper eine Alternative dar.

Therapie

Die Leitlinienautoren raten, die Antikörper zunächst nur für drei Monate einzusetzen, dann sollte die Behandlung evaluiert werden. Die Patienten müssen ihre Beschwerden in einem Kopfschmerz-Tagebuch festhalten. Eine Verringerung der Kopfschmerztage pro Monat um durchschnittlich 50% oder mehr wird als Therapieerfolg definiert. Ein anderes Kriterium kann eine Reduzierung des Migraine Disability Assessment Score (MIDAS) um 30% oder eine Reduktion des Scores beim 6-Punkte-Headache-Impact-Test (HIT-6) um mindestens 5 Punkte darstellen. Bei Ansprechen sollte die Behandlung trotzdem nach 9-12 Monaten unterbrochen werden, um zu klären, ob es die Antikörper noch braucht.

Nebenwirkungen

CGRP-Antikörper haben in der Regel nur geringe Nebenwirkungen, wie Zulassungsstudien gezeigt haben. Nasopharyngitis und Infektionen der oberen Atemwege traten am häufigsten auf, jedoch auf einem ähnlichen Level wie bei Placebo. Anaphylaxien sind selten. Auch kann es zu Obstipation und lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle kommen. Die Leitlinienautoren betonen, dass in den Studien ansonsten gesunde Migränepatienten behandelt wurden, so dass das beobachtete Nebenwirkungsspektrum sich auf gesunde Migränepatienten bezieht. Nicht geeignet sind Biologicals für Patienten mit Herz-Kreislauf- oder Autoimmunerkrankungen resp. für Kinder und Jugendliche, da die Datenlage bzgl. Sicherheit und Wirksamkeit noch unvollständig ist. Auch Schwangeren, Stillenden und Frauen ohne ausreichende Kontrazeption sollten keine Antikörper zur Migräneprophylaxe erhalten.

Das Update zur Leitlinie ist als PDF-Download auf der Homepage der DMKG verfügbar.

 

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