Die Sport-App «ready» der Schweizer Armee

Sind Ihre Patientinnen und Patienten ready für den Militärdienst? Wenn nicht, sollten Sie sich die neue App der Schweizer Armee anschauen. Seit März 2019 bietet die Schweizer Armee eine Sport-App an, die vor allem Jugendlichen dabei helfen soll, sich physisch und psychisch auf die Rekrutenschule vorzubereiten. Die App nimmt dabei Rücksicht auf die militärische Wunschfunktion der künftigen Rekrutinnen und Rekruten und hilft ihnen, sich gezielt darauf vorzubereiten, kann aber auch von Zivilpersonen dafür genutzt werden, endlich mal wieder richtig fit zu werden.

Aufmerksam gemacht auf die neue App werden die angehenden Rekrutinnen und Rekruten bereits beim Informationsanlass der Schweizer Armee. Dies deshalb, weil die physischen und psychischen Anforderungen in der Rekrutenschule ausgesprochen hoch sein können, so die Armee. Die App soll Überlastungsrisiken minimieren und dabei helfen, mögliche Unfälle zu vermeiden.

Die «ready»-App

Gleich zu Beginn des Einstiegs in die Sport-App werden Fragen zu Alter, Geschlecht und militärischer Wunschfunktion oder anderweitiger Zweck der Nutzung gestellt. Darauf werden Leistungsstand und gesundheitliche Schwachstellen ermittelt. Nach Eingabe der durch die Armee erhobenen sportlichen Leistungsfähigkeit oder einem 15-minütigen Test, der Gleichgewicht, Sprungkraft, Bauchmuskulatur und Ausdauer prüft, stellt die App ein individuell zugeschnittenes Trainingsprogramm zusammen. Das Trainingsprogramm beinhaltet diverse, je etwa 30-minütige, wöchentliche Trainingseinheiten, meist mit Kraft- und Ausdauertraining. Die App protokolliert das Training, enthält aber auch eine Funktion, um zusätzliche Trainingseinheiten zu erfassen, sowie eine Sammlung von Informationen über die verschiedenen militärischen Funktionen und Erläuterungen der Trainingseinheiten.

Hintergrund

Anstoss für die vorbereitende Sport-App war eine durch die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen (EHSM) in den Jahren 2007 bis 2010 durchgeführte Studie zu den Physical Activities and Demands in Swiss Soldiers (PADIS). Die Ergebnisse dieser Studie liessen vermuten, dass aufgrund der sehr hohen Belastung in den ersten zehn Wochen der RS die Verletzungsrate bei Schweizer Rekruten höher ist als diejenige im internationalen Vergleich. Dieser Befund lässt auch Rückschlüsse auf die relativ hohen Austrittszahlen aus dem Militärdienst zu.

In einer Folgestudie (PROGRESS, 2011-2013) wurde der Einfluss auf progressiv aufgebaute körperliche und psychische Belastungen auf Fitness, Verletzungen, Motivation und Austritte durch die EHSM, die MILAK (Militärakademie der ETH Zürich), das Psychologische Institut der Universität Zürich und den Psychologisch-Pädagogischen Dienst der Schweizer Armee untersucht. Diese Feldstudie bei Infanterie-Durchdienern im Aargau zeigte, dass ein progressiver Aufbau körperlicher Belastung ein Drittel weniger Verletzungen und eine ansteigende Leistungsmotivation zur Folge hat.

Die Erkenntnisse aus diesen Studien wurden im Rahmen der Weiterentwicklung der Armee (WEA) in ein neues Sportkonzept integriert, in der Studie SAFT (Swiss Army Physical Fitness Training) überprüft und schliesslich mit häufigeren und regelmässigeren Sporteinheiten und mehr Freizeit pro Woche in den Rekrutenschulen und mit der Sport-App ready #teamarmee zur Vorbereitung umgesetzt. (jr)

 

Quelle | Schweizer Armee: Sport-App ready #teamarmee. www.vtg.admin.ch.

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

0
0
0
s2sdefault