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Initiativen zur wertebasierten Gesundheitsversorgung

Um eine bessere medizinische Behandlung zu besseren oder tieferen Kosten zu ermöglichen, setzen sich Johnson & Johnson, Swiss Medical Network, das Spitalzentrum Biel und PwC in gemeinsamen Projekten für eine wertebasierte Gesundheitsversorgung ein. Am Informationsanlass «Bessere Medizin zu tieferen Behandlungskosten» stellten die Beteiligten erste Ergebnisse vor.

Hauptziel der wertebasierten Gesundheitsversorgung, ein im Jahr 2006 von Michal R. Porter und Elisabeth O. Teisberg mit breiter Resonanz veröffentlichter Ansatz eines Systems zur Vergütung medizinischer Dienstleistungen, ist es, zur finanziellen Optimierung des Gesundheitswesens das langfristige Behandlungsergebnis in den Mittelpunkt zu stellen. Auf diese Weise soll das Resultat einer Behandlung wettbewerbsrelevant, Ineffizienz vermieden und die Behandlungsqualität erhöht werden. Die Definition des Wertes stellt dabei der Quotient aus Behandlungsergebnis und aufgewendeten Mitteln dar (Wert = Qualität / Kosten).

Nach Roman Iselin, Johnson & Johnson, sind prozedurale und technologische Innovationen für ein verbessertes Schweizer Gesundheitswesen erforderlich. Eine finanzielle Partizipation der Anbieter am Nutzen des Patienten erzwingt deren Fokus auf den Outcome und somit eine Innovationssteigerung. Um auch kleineren Spitälern ein langfristiges Bestehen garantieren zu können, sind für die Etablierung der wertebasierten Gesundheitsversorgung allerdings Abkommen und Partnerschaften notwendig, so Patrick Schwendener, PwC.

Erfahrungen von Schweizer Spitälern

Um die Ergebnisse chirurgischer Operationen besser bewerten zu können, führt das Schweizerische Implantatregister (SIRIS) künftig beschwerdespezifische und generelle Fragebögen ein, welche die Patientenmeinungen über jene Behandlungsergebnisse standardisiert erfassen, die PROMs (Patient-reported outcome measures). Weil Patientenmeinungen meist subjektiv sind, sollten nach Prof. Dr. med. Guido Garavaglia, orthopädischer Chirurg an der Clinica Ars Medica in Gravesano, die Patienten in den Behandlungs- und Entscheidungsprozess eingebunden, gut informiert und geschult werden. Ausserdem sollte die Auswertung des Outcomes auch objektive Daten, wie Röntgenbilder oder Behandlungsstandards, welche die Resultate vergleichbar machen, berücksichtigen und die PROMs veröffentlicht und in den Informations- und Entscheidungsprozess integriert werden.

Nach Kristian Schneider, CEO Spitalzentrum Biel, unterstützen auf medizinische Behandlungsprozesse zugeschnittene Programme nicht nur die Planung und Durchführung von Operationen, sondern helfen durch nachvollziehbare Dokumentationen auch bei der Ausbildung junger Ärzte. Auf den Patienten ausgerichtete Programme geben die Sicht auf den gesamten Behandlungsprozess frei, informieren, beugen Missverständnissen vor und erhöhen durch die verbesserte Mitsprache die Eigenverantwortung des Patienten, was allgemein Ressourcen einspart, die Patienten zufriedener macht und sie schneller wieder in den Arbeitsalltag integrieren lässt. So konnte auch in einer Klinik in Neuenburg die Dauer des Spitalaufenthalts nach Hüft- und Knieoperationen um bis zu 40% verkürzt werden.

Zusammengefasst erzielten die Projekte zur wertebasierten Gesundheitsversorgung ein positives Ergebnis. So waren sich die Beteiligten des Anlasses einig, dass die Qualität im Vordergrund der Behandlung sein muss. Allerdings werden vermehrte Standardisierungen für eine faire Vergütung gewünscht. (jr)

Quelle | Informations- und Diskussionsanlass «Bessere Medizin zu tieferen Behandlungskosten», 27. August 2019. Veranstalter: Johnson & Johnson, Swiss Medical Network, Spitalzentrum Biel und PwC.

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