Die Mailsprechstunde der Krebsliga

Die Krebsliga stellt verschiedene Angebote zur Verfügung für die Beratung und Unterstützung von Krebserkrankten und deren nahestehende Personen, wie zum Beispiel das Krebstelefon, mit Chat-, E-Mail- oder Skype-Helpline, das Krebsforum sowie die kantonalen Ligen mit ihrem Beratungs- und Unterstützungsangebot. Neu bietet die Krebsliga eigens für Fragen zur Sexualität eine Sprechstunde über E-Mail an.

Die neue Mailsprechstunde zum Umgang mit Sexualität bei Krebs richtet sich vor allem an diejenigen Krebserkrankten, welche sich in Bezug auf sexuelle Beziehungen während oder nach ihrer Erkrankung unsicher oder unwohl fühlen. Besonders nach einer eingreifenden operationalen Veränderung des Körpers erscheinen sich Erkrankte oftmals selbst nicht mehr attraktiv genug, haben Angst vor einer Rückkehr der Krankheit oder vor Ablehnung durch den Partner oder die Partnerin. Aber auch die Partnerinnen und Partner können an solch veränderter Sexualität leiden. Gerade die Furcht vor Ablehnung erschwert oder verhindert notwendige Gespräche zur Klärung solcher Schwierigkeiten. Die Mailsprechstunde bietet hierbei eine Möglichkeit, sich ohne die persönliche Nähe durch den Klang der Stimme und mit schützender Distanz schriftlich über sexuelle Themen zu informieren.

Die Personen dahinter

Betreut wird der E-Mail-Dienst zum Thema Sexualität von zwei Therapeuten, welche über langjährige Erfahrung in diesem Bereich verfügen. Dr. Stefan Mamié studierte Psychologie an der Uni Zürich, bildete sich in psychosomatischer Psychotherapie, Psychoonkologie und Sexualtherapie weiter und litt in jungen Jahren selbst an einer Krebserkrankung. Bereits seit 2004 ist er für die Krebsliga tätig, bis 2015 arbeitete er im psychoonkologischen Dienst der Krebsliga Aarau, seither arbeitet er in der psychoonkologischen Praxis der Krebsliga Zürich. Seit 2016 bietet er auch Sprechstunden in seiner eigenen Praxis in Schaffhausen an. Schon bei seinem Eintritt in die Krebsliga Zürich legte er Wert darauf, das Thema Sexualität bei Krebs nicht zu vernachlässigen. Für ihn ist es wichtig, dass die betreuenden Personen wie Ärzte und Berater das Thema ansprechen, die wenigsten Patientinnen und Patienten trauen sich, Krankheit und Sexualität von sich aus ins Gespräch einzubringen.

Frau Simone Dudle arbeitet seit März dieses Jahres für die Krebsliga Schweiz. Die studierte Sexologin, Sexualtherapeutin und -pädagogin, bietet in eigener Praxis in St. Gallen Beratungen für Frauen, Männer und Paare mit und ohne onkologischen Hintergrund an. Zur Zeit bildet sie sich im Ausland weiter in Systemischer Therapie und Beratung. Ihr ist es ein Anliegen, den persönlichen Zugang zur Sexualität als Teilbereich von Lebensqualität - auch mit Krebs - weiter zu entwickeln oder wiederzufinden.

Der Anlauf seit März

Angestossen wurde die Beratung durch die Initiative von Erika Gardi, Leiterin Betreuung Krebsliga Schweiz. Die Absicht des Projekts war zu Beginn der Wunsch, vermehrt auch Männer ins Gespräch zu bringen, da gerade sie mehr Anstoss brauchen, sich über dieses Thema zu unterhalten, und etwas mehr Internetaffinität besitzen als Frauen. Seit Anlauf der Mailsprechstunde melden sich jedoch beiderlei Geschlechter, wenn auch erst zu eher allgemein gehaltenen Themen und nicht vordergründig zur Sexualität. Möglicherweise müssen die Betroffenen erst ein Bewusstsein für diese Bedürfnisse nach einem solch erschütternden Einschnitt in ihr Leben entwickeln, so scheint bei vielen noch immer die Überwindung der Krankheit an sich im Vordergrund zu stehen. Obschon der Beratungsdienst auch für Bezugspersonen von Betroffenen gedacht ist, melden sich bisher vor allem die Betroffenen selbst. Die Mailsprechstunde zur Sexualität steht allen offen, ist kostenlos und gibt unbeschränkt, fundiert und ausführlich Antwort, kann aber besonders für Paartherapien, auch als Einstieg in vertiefte therapeutische Gespräche in den betreffenden oder ortsnahen Praxen gesehen werden. Der Maildienst wird zurzeit in deutscher Sprache angeboten, für das kommende Jahr ist auch ein Angebot in französischer und italienischer Sprache geplant. (jr)

Quelle | Krebsliga Schweiz, Beratung & Unterstützung. www.krebsliga.ch.

Links

www.krebsliga.ch/sexualberatung
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