PSY-Kongress, 4.-6. September 2019 im Kursaal Bern

Der Jahreskongress 2019 wird wieder als gemeinsamer Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) und der Schweizerischen Gesellschaft für Kinder- und Jungendpsychiatrie und -psychotherapie (SGKJPP) organisiert. Dieses Jahr unter dem Motto: Psychische Gesundheit – Schule – Arbeit.

Die Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit, Schule und Arbeit sind im Verlauf der vergangenen Jahre zunehmend ins Bewusstsein von Gesellschaft und Politik gerückt. Es erscheint daher angebracht, das Thema in den Fokus des diesjährigen Kongresses zu rücken.

Immer deutlicher zeigen Untersuchungen und Forschungsergebnisse der letzten Jahre, dass sich die psychische Gesundheit und ihre vielfältigen Auswirkungen bereits in der Kindheit bemerkbar machen und oft erstmalig mit dem Eintritt in die Gesellschaft, also beispielsweise bei Schuleintritt manifestieren, wenn sich der Spielraum für individuelle Anpassungen aufgrund allgemeiner äusserer Regeln reduziert. Diese Schwierigkeiten begleiten die Individuen oft dauerhaft ins Erwerbsleben und ins Alter.

Integration als Einstieg ins Leben

Wir wissen aber auch aus vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass sich die meisten dieser Störungsbilder, welche für die Schwierigkeiten der Integration mitverantwortlich sind, bereits in der Kindheit effektiv behandeln und reduzieren lassen, was dann die Grundlage für einen erfolgreichen Einstieg ins Erwachsenen- und Erwerbsleben darstellen kann. Je früher und je genauer die Störungsbilder identifiziert werden können, desto präziser und erfolgreicher sind auch die zur Verfügung stehenden Therapieansätze, die zunehmend in Modulen und individualisiert angewendet werden.

Die IV war bisher vor allem als Versicherung für Menschen bedeutsam, die eine krankheits- oder unfallbedingte Einschränkung ihrer Erwerbsfähigkeit sowie der Entwicklungs- und Schulungsmöglichkeiten erleiden. Auch die IV hat erkannt, dass sich frühe Interventionen eignen, spätere Einschränkungen zu reduzieren oder gar nicht erst auftreten zu lassen. Daher fokussierte sie ihre Kräfte in den vergangenen drei Jahren zunehmend auf diesen Bereich, der in erster Linie die psychische Gesundheit betrifft.

Integration als Verpflichtung

Es besteht eine ethische Verpflichtung der Gesellschaft, die Menschen nicht auszugliedern, sondern sie vielmehr nach Kräften zu integrieren, da dies die Voraussetzung für eine gute Lebensqualität darstellt. Gelingt die Integration nicht, zieht dies oft eine lange Kette weiterer möglicher Krankheiten und damit auch Gesundheitskosten nach sich.

Diagnostiker und Therapeuten sind gefordert sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, die Gesellschaft und die Politik ihrerseits tragen die Verantwortung dafür, angemessene Mittel für eine gute und effiziente Versorgung zur Verfügung zu stellen. Im Einzelfall sind Ärzte gefordert, eine gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Patientinnen und den unmittelbar Verantwortlichen in deren Umfeld, d.h. Arbeitgebern, Ausbildnern, Pädagogen, etc.... zu fördern. Aus diesem Grund wird der Kongress am Freitagnachmittag (6. September 2019) für Berufsleute aus den genannten Tätigkeitsbereichen geöffnet und ein gegenseitig befruchtender Austausch gesucht, dem als Highlight des Kongresses im Rahmen einer Podiumsdiskussion auch auf der Veranstaltungsebene den gebührenden Stellenwert beigemessen wird.

Quelle | PSY-Kongress 2019. https://www.psy-congress.ch/frontend/index.php

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