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Dank Doping fit für die Herzoperation

Eine neue, unter der Leitung von Prof. Dr. Donat R. Spahn verfasste Doppelblindstudie zeigt, dass Therapien zur Verbesserung der Blutwerte sich auch noch kurz vor einer Operation auszahlen und zu einer Vermeidung von Bluttransfusionen beitragen. Diese Erkenntnis bestärkt die Alliance Rouge in ihren Bemühungen, die Einführung von Patient Blood Management in der Schweiz weiter voranzutreiben.

Für die Studie wurden gut 1000 Patient ausgewählt, bei welchen eine Herzoperation bevorstand. Bei der Hälfte davon wurde eine Anämie (Blutarmut) oder ein Eisenmangel diagnostiziert. Am Tag vor der Operation wurden 50% der Personen mit einer Mischung aus Eisenpräparaten, Erythropoetin (EPO), Vitamin B12 und Folsäure behandelt, die anderen 50% erhielten ein Placebo.

Die Studienresultate zeigen, dass dieser einfache und pragmatische Ansatz Transfusionen reduziert und die Hämoglobin-Konzentration im Blut über die Operation hinaus verbessert. Anämie und Eisenmangel kämen gerade bei Herzpatienten häufig vor, sagt Prof. Dr. Donat R. Spahn, Direktor des Instituts für Anästhesiologie am Universitätsspital Zürich und Leiter dieser Studie. «Die Studie bringt die Erkenntnis, dass auch eine Last-Minute-Behandlung vor einer Operation in der Herzchirurgie möglich ist und Erfolge bringt. Allerdings ist eine frühzeitige Therapie weiterhin zu bevorzugen», so Prof. Spahn.

Höhere Patientensicherheit und tiefere Gesundheitskosten

Die Behandlung von Blutarmut vor einer Operation stellt eine der drei Säulen des von der WHO geförderten Konzepts «Patient Blood Management» dar. Komplettiert wird dieser ganzheitliche Ansatz durch ein restriktives Transfusionsmanagement und eine systematische Minimierung des Blutverlusts während der Operation. In der Schweiz wird Patient Blood Management erst von relativ wenigen Spitälern konsequent umgesetzt, obwohl das Konzept laut Studien nicht nur die Patientensicherheit erhöht, sondern dank direkter und indirekter Einsparungen auch zur Senkung der Gesundheitskosten beiträgt.

Die im November 2018 gegründete Interessengemeinschaft «Alliance Rouge» setzt sich deshalb für die Etablierung von Patient Blood Management als Qualitätskriterium im Schweizer Gesundheitswesen ein. Sie wird von einer breiten Basis von Mitgliedern aus den Bereichen Medizin, Industrie, Krankenversicherung und Patientensicherheit getragen. Präsidiert wird die Alliance Rouge von Prof. Dr. Donat R. Spahn, Direktor des Instituts für Anästhesiologie am Universitätsspital Zürich.

Quelle: Medienmitteilung. Die Studienresultate können hier abgerufen werden.

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