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Innehalten, atmen und eine offene Aufmerksamkeit auf die Erfahrungen des gegenwärtigen Moments lenken – dies gehört zum Konzept der Achtsamkeit. Praktiziert in Gruppen- oder Einzelübungen kann Achtsamkeit positive psychologische (z. B. reduziertes Stresserleben) und (neuro)physiologische Effekte sowie strukturelle Veränderungen im Gehirn auslösen.

Der Begriff Achtsamkeit ist heute in aller Munde. Doch nicht alle mit diesem Begriff in Verbindung gebrachten Strebungen werden dem Wesen der Achtsamkeit gerecht. Achtsamkeit ist eine Grundhaltung, der die spirituellen Meditationspraktiken des Buddhismus zu Grunde liegen; sie findet eine Entsprechung in der christlichen Kontemplation. Der Begriff «Achtsamkeit» (englisch: «mindfulness») bezeichnet eine Haltung des «sich geistig gewahr Seins». Achtsamkeit ist somit eine Form der Aufmerksamkeit und des Bewusstseins. Sie äussert sich in einem offenen und nicht wertenden Bewusstsein hinsichtlich der sich im Hier und Jetzt entfaltenden Erfahrungen1. Nach Michalak et al. umfasst Achtsamkeit drei Kernelemente1.

Gemäss Lutz2 kann unterschieden werden zwischen der Meditationsform mit «offenem Monitoring», welche sich durch eine offene Aufmerksamkeit für die Erfahrungen des gegenwärtigen Moments auszeichnet, und einer Meditationsform der «fokussierten Aufmerksamkeit», zum Beispiel auf ein Objekt, einen Gedanken oder ein Wort. Diese Meditationsformen schliessen sich gegenseitig nicht aus, sie können während einer Meditationssitzung alternierend vorkommen. Es lässt sich unschwer erkennen, dass die Fähigkeit zu dieser Form der Aufmerksamkeit und des Bewusstseins der Übung bedarf. Sie entspricht nicht der Form des Alltagsbewusstseins, welches bewertet, vergleicht, oft unbewusst mit früheren Erfahrungen verknüpft, assoziativ wahrnimmt und oft automatisch reagiert. Aber gerade die Bemühung, sich von diesem Alltagsbewusstsein zu befreien, führt zu einer neuen Erfahrung des Erlebten, und damit zu einer Befreiung von vorbestehenden Konzepten und Kognitionen, die oftmals einengend und irreführend sind. Daraus ergeben sich neue Selbst- und Fremdkonzepte, erhöhte Gelassenheit und psychische Ausgeglichenheit.

Den ganzen Text lesen Sie in der Printausgabe von BrainMag 1/2019, die am 13. Juni 2019 erscheint. Die Bibliografie zum Text finden Sie hier.

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