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In den letzten 20 Jahren hat sich die MS-Behandlung massiv verändert. Die neuen Wirkstoffe bieten den betroffenen Patienten die Chance auf einen besseren Krankheitsverlauf, die Therapien sind aber auch mit Risiken verbunden. Zudem stehen viele Fragen offen, wie beispielsweise die Sequenz der einzelnen Medikamente oder ob gewisse Patienten nicht schon bei Krankheitsbeginn mit hochaktiven Wirkstoffen behandelt werden sollten.

Steroide sind zur Schubtherapie evidenzbasiert wirksam. Deshalb werden sie immer noch am häufigsten zur Schubtherapie eingesetzt, erläuterte Prof. Dr. med. Andrew Chan, Chefarzt der Universitätsklinik für Neurologie, Inselspital Bern. Die Potenz von Steroiden hängt vom ausgewählten Präparat ab. Evidenzbasiert ist die Gabe von Methylprednisolon Standard.

Steroidtherapie: intravenös oder oral?
Patienten mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben gemäss der Arbeitsgruppe Chan ein zehnfach erhöhtes Risiko, nicht auf eine Steroidtherapie anzusprechen. Dabei ist allerdings unklar, ob eine Steroidresistenz einfach mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel assoziiert ist oder ob ein Vitamin-D-Mangel zur Steroidresistenz führt. Die Wirksamkeit von Steroiden ist bei Optikusneuritis häufig nur moderat. «Bei Patienten mit Amaurose sollte man früh an eine Plasmapherese denken», riet der Referent. «In retrospektiven Beobachtungen führt eine Plasmapherese bei zwei Dritteln der amaurotischen Patienten zu einer guten bis ausgezeichneten Besserung.»

Den gesamten Kongressbericht lesen Sie in der Printausgabe von BrainMag 1/2019, die am 13. Juni 2019 erscheint. Die Bibliografie zum Text finden Sie hier.

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