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Prof. Dr. med. Thomas Ruhstaller, stv. Chefarzt des Brustzentrums St. Gallen, referierte an der Ärzte-Fortbildung in Klinischer Onkologie in St. Gallen über die verschiedenen Therapieoptionen beim metastasierten Mammakarzinom. Im Fokus stand dabei die Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs. Dass diese Frauen in der Zweitlinie Trastuzumab emsantin erhalten sollen, steht momentan fest – weniger klar sind die Richtlinien für die Erstlinientherapie.

In den letzten 20 Jahren wurden bei der Therapie des metastasierten, HER2-positiven Mammakarzinoms entscheidende Fortschritte erzielt. Zunächst mit der Einführung von Trastuzumab zusätzlich zu einem Taxan, dann mit Lapatinib + Capecitabin. Im Jahr 2012 wurden gleich drei Studien mit wegweisenden Verbesserungen publiziert: in der Erstlinientherapie die Doppelblockade mit Trastuzumab und Lapatinib sowie die Kombination von Pertuzumab + Trastuzumab + Docetaxel, in der Zweitlinientherapie die Gabe von Trastuzumab emsantin (T-DM1). Alle diese Studien zeigten für die untersuchten Therapieoptionen eine Verbesserung des PFS und des Gesamtüberlebens der behandelten Patientinnen.

Ob die Behandlung mit T-DM1 auch in der Erstlinie wirksam sein könnte, wurde in der MARIANNE-Studie untersucht. Die Patientinnen, die in drei Therapiegruppen eingeteilt waren, erhielten entweder T-DM1 + Placebo, T-DM1 + Pertuzumab oder im Kontrollarm Trastuzumab + Taxan. In den beiden expertimentellen Gruppen waren die Responseraten und das PFS nicht besser als im Kontrollarm, allerdings traten in den experimentellen Gruppen weniger Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher auf, und die Lebensqualität der Patientinnen war besser.

Den gesamten Kongressbericht zum Thema metastasierter, HER2-positiver Brustkrebs finden Sie in der Printausgabe von OncoMag 2/2019 (Seite 47), die Bibliografie zum Text hier.

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