© Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft

Multiple Sklerose (MS) bei Kindern und im Alter sind wichtige Themen, denen in der Öffentlichkeit wenig Beachtung geschenkt werden. Umso wichtiger ist es, dass sich Forschende und Fachpersonen am 21. State of the Art Symposium der Schweizerischen MS-Gesellschaft damit auseinandersetzten.

Am State of the Art Symposium – dem MS-Kongress der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft – vom 26. Januar 2019 kamen Ärztinnen und Ärzte, Forschende, Therapierende und Studierende in Luzern zusammen, um sich über das Thema MS auszutauschen. Grundversorgende und Forschende haben im Alltag nur selten miteinander zu tun, umso wichtiger ist es für die einen, ein Update zur neuesten Forschungslage zu erhalten und für die anderen, die Bedürfnisse der Fachpersonen zu erfahren, die täglich mit MS-Betroffenen arbeiten.

Schwierige Behandlung bei MS über 55
Dr. Melinda Magyari vom Reichsspital Kopenhagen referierte über die Herausforderungen von MS im Alter, die üblicherweise von neurodegenerativen Verläufen geprägt ist. Zwar existieren für Personen mit einer schubförmigen MS zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, doch diese sind nicht für Personen entwickelt worden, die älter als 55 Jahre alt sind. Hinzu kommt, dass die Mehrheit der über 65-jährigen Betroffenen eine progressive Form der MS aufweist, für die weitaus weniger Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Da bei klinischen Studien zur Entwicklung von Medikamenten ältere Betroffene nicht eingeschlossen werden, besteht wenig Wissen über die Sicherheit und Wirksamkeit von Medikamenten in dieser Altersgruppe. Gefragt sind mehr Studien aus der Praxis und eine ganzheitliche Herangehensweise, die auch soziale Unterstützung, kognitives Training und die Verbesserung von Lebensqualität anstrebt. Diesem Ziel ist auch die MS-Gesellschaft verpflichtet.

Kinder seltener betroffen
MS kommt auch bei Kindern vor. Diese sogenannte pädiatrische MS ist selten und unterscheidet sich in mancher Hinsicht von derjenigen im Erwachsenenalter. Beispielsweise zeigt sich die Krankheit zu Beginn tendenziell aggressiver und mit vielen Schüben, doch erholen sich Kinder von den ersten Schüben oftmals vollständig. Dr. med. Sandra Bigi vom Inselspital Bern und Neuropsychologe Prof. Dr. rer. nat. med. habil. Pasquale Calabrese von der Universität Basel erläuterten die spezifischen Schwierigkeiten bei der Behandlung von Kindern mit MS. Wie bei älteren Betroffenen ist die Auswahl an verfügbaren Behandlungen für Kinder limitiert. Zudem muss auch den kognitiven Herausforderungen im schulischen Umfeld genügend Rechnung getragen werden.

Konsens für MS-Behandlung in der Schweiz
Vor allem für den schubförmigen Verlauf bei Erwachsenen stehen derzeit mehr als ein Dutzend verschiedene krankheitsmodifizierende Immuntherapien zur Verfügung. Hinsichtlich der Zulassung gibt es aber Unterschiede zwischen dem europäischen Ausland und der Schweiz. Dies veranlasste die Schweizerische MS-Gesellschaft und ihren Wissenschaftlichen Beirat dazu, ein für die Praxis anleitendes Konsensuspapier zu verfassen. Dieses wurde von Vorstands-Mitglied Prof. Dr. med. Andrew Chan vorgestellt.

Spenden für die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft
Multiple Sklerose kann jeden treffen und verläuft für jeden Betroffenen anders. Die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft unterstützt seit über 50 Jahren alle Menschen, die von MS betroffen sind. Helfen auch Sie uns dabei, Menschen mit MS mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

Spendenkonto: PK 80-8274-9
Mehr Informationen unter www.multiplesklerose.ch

Kontakt
Regula Muralt, Leiterin Kommunikation & Fundraising
Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft
Josefstrasse 129, Postfach
8031 Zürich
T 043 444 43 43
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(Quelle: Medienmitteilung)

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