Athena Tsatsamba Welsch im Gespräch mit... Prof. Dr. med. Edith Holsboer-Trachsler

Hinschauen, bevor es zu spät ist: Auch wenn psychische Erkrankungen jeden treffen können, sind diese mit Scham besetzt und werden stigmatisiert. Die PraxisDepesche sprach mit der Präsidentin des «Verein Stress Management» Prof. Dr. med. Edith Holsboer-Trachsler über Diagnose, Therapie und Aufklärung von psychischen Erkrankungen.

PraxisDepesche (PD): Ein Burnout entsteht nicht ohne Ankündigung. Welche Rolle kommt den Hausärzten in der Prävention von Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen zu?
Prof. Dr. med. Edith Holsboer-Trachsler (EHT): Eine grosse Rolle, denn sie sind in der Regel die erste Anlaufstelle für diese Patienten. Fachgesellschaften wie zum Beispiel die Schweizerische Gesellschaft für Angst & Depression veranstalten regelmässig Fortbildungen für Psychiater und Hausärzte. Darüber hinaus bieten die psychiatrischen Universitätskliniken Fortbildungen und gemeinsame Kolloquien an.

PD: Was können Fachärzte für ein besseres Management der Erkrankung unternehmen?
EHT: In weiten Kreisen der Gesellschaft kommt psychischen Erkrankungen nicht der gleiche Stellenwert zu wie körperlichen Krankheiten. Psychische Erkrankungen sind noch immer mit viel Scham besetzt und stigmatisiert. Wichtig ist der Weg der kontinuierlichen Aufklärung. Daher führen wir vom Verein Stress Management auch regelmässige Veranstaltungen und Seminare für Laien durch.

PD: Sie sind Präsidentin dieses Vereins. Welche Plattform bietet er und was sind seine Ziele?
EHT: Der schweizweit tätige gemeinnützige Verein Stress Management mit Sitz in Solothurn existiert seit 2007. Ursprünglich ist er aus dem rotarischen Projekt Stress Management entstanden. Im Rahmen des Projekts haben wir Weiterbildungen, Vorträge und Seminare über psychische Stresserkrankungen veranstaltet. Der heutige Verein besteht aus Fachpersonen und Interessierten aus der Kommunikations- und Wirtschaftsbranche, welche sich für die Sicherung und Verbesserung der psychischen Gesundheit im Bereich Stress/Burnout und Depression einsetzen. Der Verein Stress Management lanciert und unterstützt zu diesem Zweck Kampagnen und Projekte zur Aufklärung und Prävention. Die Sensibilisierung und die Entstigmatisierung von psychischen Krankheiten sind weitere wichtige Anliegen. Der Verein konnte bereits viele Projekte erfolgreich umsetzen. Zum Beispiel die finanzielle Unterstützung des Diagnostisch-Therapeutischen Kindergartens Basel für psychisch schwerkranke Kleinkinder und die schweizweite Unterstützung von Bündnissen gegen Depression.

Flyer des Vereins Stress Management.

Das vollständige Interview finden Sie im Printmagazin der PraxisDepesche 1-2018!

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