Zeichnung: Kocher, E. Th: Chirurgische Operationslehre. Jena: Gustav Fischer, 1907.

Vor hundert Jahren starb der Berner Chirurg und Nobelpreisträger Theodor Kocher. Dass er sich nicht nur mit der Schilddrüse, sondern auch mit Krebsoperationen auseinandersetzte, ist wenig bekannt.

Bei Brustkrebs forderte Kocher die Radikaloperation. Das heisst, es sollten nicht nur die Brustdrüsen entfernt werden, sondern alle Körperteile, «in welche man schon so oft zur Zeit der Operation Krebszellen sekundär eingewandert findet», da «alles Heil in der Mitentfernung des erkrankten Lymphdrüsenapparates liegt». Er orientierte sich an William Stuart Halsted: Dieser empfahl bei einem Karzinom die «totale Wegnahme des perimammären Fettgewebes in grösstem Umfang, dann eine Ausräumung der Axilla samt dem Fett dieser Region, die Trennung der Pectorales an Arm, Scapula und Clavicula und die Entfernung, eventuell Durchsägung der Clavicula mit Ausräumung der Fossa supraclavicularis». Farbige Illustrationen untermauerten die detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise. Doch Kocher wäre nicht Kocher, wenn er seinen Schülern nur die Technik alleine vermittelt hätte. In seinem Lehrwerk «Chirurgische Operationslehre» von 1907, das in mehreren Sprachen und Auflagen erschien, thematisiert er ebenso die Vor- und Nachbereitung des Patienten, die Narkose sowie die Vorbereitung des Arztes.

Den ganzen Artikel mit einer Reihe von Abbildungen finden Sie in OncoMag 4/2017.

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